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Champagne

Das Kronjuwel der Schaumweinproduktion hat einen Namen: Champagner! Womit bereits die französischen Könige zur Krönung angestoßen haben ist heute noch genauso angesehen wie vor 300 Jahren. Der Begriff „Champagne“ wurde bereits früh geschützt, um die Knappheit und Exklusivität des Produkts, aber auch der Region hervorzuheben. Nicht weit entfernt von Deutschland liegt die Champagne im Norden Frankreichs, östlich davon liegt das Elsass. Mehr erfahren.



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Immer genau so viel, dass der Champagner gerade etwas knapp ist!

Bei einem Blick auf die Landkarte der Champagne wird deutlich, dass lediglich ein Bruchteil der Landwirtschaft Weinbau betreibt. Es gibt also die politische, die landwirtschaftliche und die weinbauliche Champagne. So ist es auch verständlich, dass das Gebiet nach dem französischen Wort für Ackerland, also „champs“, benannt wurde. Genau in diesem Bruchteil darf der weltberühmte Schaumwein hergestellt werden und nirgendwo anders auf der Welt. Genauer gesagt ist die Rebfläche 33.000 Hektar groß, die von rund 15.000 Winzern bewirtschaftet wird. Ein Grund für die hohe Winzerdichte ist mit Sicherheit der gute Traubenpreis für ein Kilo Lesegut. Sind die Trauben gelesen, so werden sie an eines der renommierten Champagnerhäuser oder Winzergenossenschaften abgeliefert, welche die Trauben zum Champagner verarbeiten. Das liegt daran, dass die meisten Champagnerhäuser über keine eigene oder wenig Rebfläche verfügen. Das gesamte Weinbaugebiet ist mit dem Status „Appellation d’Origine Protegée“ klassifiziert. 4.400 Hektar, also rund 15%, sind als Grand Cru Lagen klassifiziert.

Super Sonnen... Startbedingungen für große Champagner! 

Als Frankreichs nördlichstes Anbaugebiet liegt die Champagne zwischen dem 48. und 49,5. Breitengrad. Das Klima ist semi-kontinental mit ozeanischen Einflüssen. Das bedeutet, dass die Sommer- und Wintermonate deutlich voneinander unterscheidbar sind. Allerdings puffert das ozeanische Klima die Temperatur ab, sodass es weder zu zahlreichen Hitzetagen noch zu vermehrten Frostnächten kommt. Der jährliche Niederschlag von 650-700 mm sorgt für eine gute Wasserversorgung der Weinberge. Die Sonnenscheindauer beläuft sich jährlich auf 1.650 Stunden, wovon ein Viertel auf die Sommermonate Juli und August abgeht. Damit können die Weinberge einen optimalen Reifegrad erreichen, um den Alkoholgehalt bei der ersten Gärung so zu halten, dass die zweite Gärung auf der Sektflasche ohne Probleme durchgeführt werden kann.

Drei wichtige Bodenarten haben sich in der Champagne herauskristallisiert. Zum einen hat sich der Kreideboden formiert. Er speichert die Wasserfeuchte in den oberen Bodenschichten gut, das Wasser versickert bis in die tieferen Bodenschichten. Aus dem Zeitalter des Juras stammen die kalkhaltigen Böden, die mit Lehm vermischt sind. Der dritte Boden ist ein Lehmsand, auf welchem die Weinberge bei Marne stehen. 

Parzellen klar definiert 

Auch wenn die Champagne 150 Kilometer lang ist, ist doch klar definiert wo welcher Weinberg beginnt und aufhört. Die Winzer müssen sich genauso an Anbauvorschriften, wie die Pflanzdichte halten. Das bedeutet, dass die Anzahl der gepflanzten Rebstöcke pro Hektar genau definiert ist. Die Planung für jeden einzelnen Champagner beginnt bereits im Weinberg: dort wird der gewünschte Ertrag pro Rebstock angeschnitten, also wie viele Trauben ein Weinstock pro Vegetation erzeugen soll. Die Handlese ist vorgeschrieben, um die Trauben so schonend wie möglich zu lesen. Genauso schonend und schnell geht es mit der Pressung des Leseguts weiter. Hier sind genau zwei Traubenpressungen zugelassen und erlaubt, die Cuvée und Taille. Bei einer schnellen Verarbeitung haben ungewollte Enzyme und Bakterien wenig Möglichkeit das frisch geerntete Gut anzugreifen. Nachdem die erste Gärung abgeschlossen ist, wird der sogenannte Grundwein mit Hefe, Zucker und Nährstoffen in eine Sektflasche gefüllt, wo der Wein erneut gärt. Da das CO2 nicht entweichen kann bleibt es in der Flasche. Das ist auch der Grund, warum ein Champagner, Schaumwein oder Sekt perlt. Nach der Gärung ist je nach gewünschter Klassifizierung eine bestimmte Lagerzeit auf der Hefe in der Flasche vorgeschrieben.

Drei erlaubte Rebsorten

Um einen Champagner als solchen betiteln zu dürfen reicht es nicht aus, dass er aus der Champagne kommt. Er muss mittels der méthode champenoise, der traditionellen Flaschengärung, hergestellt werden und somit die oben beschriebene Herstellungsweise durchlaufen. Zudem sind lediglich drei Rebsorten für die Champagnerherstellung erlaubt: Chardonnay mit knapp 30%, der Pinot Noir mit dem größten Flächenanteil und Pinot Meunier, auch als Schwarzriesling bekannt ebenfalls mit etwas mehr als 30%. Dabei kann ein Champagner aus einer, zwei oder allen drei Rebsorten bestehen. Ein „Blanc des Blancs“ beschreibt eine Cuvée ausschließlich aus Chardonnaytrauben gekeltert, der etwas leichter als der Klassiker ist. Der klassische Champagner besteht aus allen drei Rebsorten und verfolgt die Stilistik der ersten Cuvées von vor 200 Jahren, die der Benediktinermönch Dom Pérignon kreierte. Ein „Blanc des Noirs“ ist eine Cuvée aus den zwei roten Rebsorten, dessen Farbe allerdings schwach rosa ist. Rote Champagner gibt es nicht! Ein Rosé ist ein Stillwein aus Gemeinden wie Ay oder Bouzy, in denen hauptsächlich der Pinot Noir angebaut wird. Der Coteaux Champenois beschreibt den weißen oder roten Stillwein aus der Champagne, der dem klassischen Champagner in der Bedeutung her untergeordnet ist.

Champagner als Alleinstellungsmerkmal 

Die Winzer der Champagne haben bereits früh Schritte ergriffen, um den Begriff „Champagner“ zu schützen. Damit ist es allen Schaumweinerzeugern außerhalb der Champagne verboten ihr Produkt als Champagner zu vermarkten. So keltern die anderen französischen Weinbaugebiete Crémants, die Spanier den Cava oder die deutschen Winzer den Winzersekt.

Viele alteingesessene Familien pflegen die Tradition der Champagnerherstellung und geben das Geheimnis ihres Weinguts an die nächste Generation weiter, wie auch Bruno Paillard. Dieses Haus vinfiziert Champagner in den drei erlaubten Kategorien. „Non-Vintage“ sind Cuvées, welche Jahr für Jahr die gleiche Qualität aufweist. Aus diesem Grund wird ein NV auch jahrgangslos abgefüllt und vermarktet. „Vintage“ hingegen sind Jahrgangschampagner, welche aus den sensorisch besten Grundweinen eines Jahrgangs hergestellt werden. Das Lesegut eignet sich besser für ein längeres Hefelager als NV, ist geschmacksintensiver und hat ein höheres Reifepotential. Der „Prestige“ entsteht nur, wenn in einem Jahr besonders gutes Lesematerial vorhanden ist. 

Seit 2015 steht das Weinbaugebiet der Champagne unter dem Schutz des Weltkulturerbes der UNESCO.