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Pfalz

Jede dritte deutsche Flasche Wein kommt aus der Pfalz

Mit mehr als 100 Millionen gepflanzten Rebstöcken versteht es sich von selbst, dass man in Verkaufsräumen außerhalb des Weinguts oft auf pfälzischen Wein als deutschen Vertreter stößt: jede dritte Flasche, die in Deutschland gekauft wird, kommt aus der Pfalz. Die Pfalz ist zwar mit rund 23.400 Hektar „nur“ Deutschlands zweitgrößtes Weinbaugebiet, dafür aber in anderen Kategorien die unangefochtene Nummer eins. Seit 2008 geben die knapp 6.000 Hektar Rebfläche Riesling der Region die Berechtigung sich als größtes Rieslinggebiet der Welt betiteln zu dürfen. Weißburgunder und Grauburgunder entwickeln sich in den letzten Jahren immer mehr zu Paradebeispielen in Hinsicht auf die Qualität der späteren Weine im Glas. 40% der Weinberge sind mit roten Rebsorten bestockt, davon hauptsächlich Dornfelder, Spätburgunder und Portugieser. Die dahinter stehende Größe der Rebfläche macht auch hier die Pfalz zur deutschen Nummer eins. Zudem sind die Pfälzer Weine Marktführer bei den Weißherbst-Weinen, sei es Spätburgunder oder Dornfelder. Die Rebsorte St. Laurent hat der Pfalz so einiges zu verdanken, unter anderem die heutige Daseinsberechtigung in einigen Weinbergen. Die Kellermeister erkannten die samtige und körperreiche Art, die sich in der Weinbereitung entwickelt. Insgesamt zählt das Anbaugebiet 25 Groß- und 325 Einzellagen. Die bereits erwähnten Rebsorten inklusive dem Müller-Thurgau nehmen dabei ca. zwei Drittel der gesamten Rebfläche ein. Mehr erfahren




Bedeutung des Weinbaus

Einige Weinbergslagen stechen im Vergleich zu anderen wegen ihren historischen Namen besonders hervor, beispielsweise die Großlage „Kloster Liebfrauenberg“ mit mehr als 2.000 Hektar. In Bad Dürkheim ist die Lage „Feuerberg“ für kräftige Rotweine bekannt. Oftmals gibt der Name der jeweiligen Lage einen Hinweis auf die dahinter stehende Geschichte. So steht auf einigen Etiketten „Sauschwänzel“, „Mäuseloch“, „Fuchsloch“ oder „Hahnenkamm“.

Im Mittelhaardt hat der Riesling einen besonderen Stellenwert. Mit einem Weltklasseniveau zählt er zu den Teuersten und Begehrtesten überhaupt und wurde bei diversen historischen Ereignissen ausgeschenkt. Der ungewöhnlichste Weinberg ist der Schlossberg in der Südpfalz. 30 verschiedene Rebsorten bilden die Summe von 1.300 Rebstöcke auf 2.700 m2. Dabei entstehen Raritäten, deren primäres Ziel nicht eine große Gewinnausbeute ist. Sie sollen eher vor dem Aussterben bewahrt werden. Hier steht der Ortlieber aus dem Elsass neben dem Affentaler aus Baden oder den Welschriesling aus dem Balkan. Seit 1935 verläuft in der Pfalz die deutsche Weinstraße, die gleichzeitig die älteste und bekannteste Touristikroute Deutschlands ist. Sie beginnt in der Weinbaugemeinde Bockenheim mit dem Haus der deutschen Weinstraße und endet nach 85 sehenswürdigen Kilometern im elsässischen Schweigen. Die angrenzenden Winzerörtchen und Gemeinden bemühen sich stets die Route attraktiv erscheinen zu lassen. Dadurch versprühen sie mit ihrer Kreativität immer wieder aufs Neue einen unverwechselbaren Charme.

Größtes zusammenhängendes Rieslinganbaugebiet der Welt

Das Gebiet der Pfalz beginnt südlich bei Worms und endet an der französischen Grenze, an den hügeligen Ausläufern des Pfälzerwaldes im Norden und der Rheinebene. Kein anderes Anbaugebiet verfügt über so eine einmalige Geschlossenheit: die Pfalz ist 85 Kilometer lang und nur wenige Kilometer breit. Dabei liegen im Westen der Region die wertvollsten Gebiete, die vom Pfälzerwald begrenzt werden. Allerdings gibt es hier auch eine Anzahl an aufgegebenen Weinbergsflächen, die aufgrund ihrer extremen Steigung aufgegeben worden sind. Daher sind die 20 Hektar Steillagen in der kompletten Pfalz eine Besonderheit, die hauptsächlich von Birkweiler und Leinsweiler Winzern bewirtschaftet wird. Die Winzer werden hierbei mit wenig Ertrag, aber dafür mit vielen Extrakten in der Beere belohnt. Extrakte sind Inhaltsstoffe, die dem Wein das Aroma verleihen. Hinzu kommt, dass Steillagen nachweisbar klimatisch begünstigter sind als Flachlagen.

Riesling = Riesling, ist eben Unsinn

Bei einem milden Klima und in manchen Jahren sogar mehr als 2.000 Sonnenstunden haben die pfälzischen Reben keinen Grund zum meckern – im Gegenteil: bei diesen Bedingungen lässt sich optimale Qualität erzeugen. Die durchschnittliche vorherrschende Jahresmitteltemperatur von 10°C ermöglicht den Anbau von Reben.

Der Rheingraben entstand, als die Alpen mit dem ganzen Gewicht auf die Erdplatten drückten. Magma strömte auf und hinterließ bei Forst an der Weinstraße erkaltetes Basaltgestein. Im „terra palatinata“, also pfälzischem Boden, liegt am häufigsten Sandstein in Form von Buntsandstein vor sowie Kalk und fruchtbarer Löss. Der Sandstein präsentiert sich einmal ziegelrot und das nächste Mal schwefelgelb. Dies hat mit natürlichen chemischen und physikalischen Verwitterungsprozessen im Laufe der Jahre zu tun, wobei Stoffe oxidieren und sich in ihrer Form verändern. Der Buntsandstein ist durch etliche Sedimentablagerungen während mehreren Tausend Jahren entstanden. Er gilt als nährstoffarm, trocken und sehr guter Wärmespeicher, was wiederrum das Mikroklima fördert. Aufgrund der damit verbundenen höheren Temperatursumme sind die Trauben früher reif und lesebereit. Im Wein ist das Terroir des Buntsandsteins anhand einer prägnanten Säure, Grapefruit- und Zitrusaromen erkennbar – aber keine „Regel“ ohne Ausnahme…

In früheren Zeitaltern waren die Pfalz und weitere Gebiete Deutschlands Teil des Meeres. Kalk entstand durch diverse Ablagerungen auf dem damaligen Meeresboden. Nachdem sich das Meer zurückbildete, verfestigte sich der Kalkschlamm zu Kalksedimenten. Besonders deutlich kann man das an der flachen Kante des Rheingrabenbruchs in Form von mächtigen, weißen Riffen erkennen. Satte, schwere Weine und opulente Aromen wie Mango, Pfirsich, Honigmelone oder Karamell sind das Ergebnis von Reben auf Kalkböden.

Geschichte: die Rebe war bereits vor den Menschen da

Der traditionelle Weinanbau, wie man ihn heute kennt, gibt es in der Pfalz erst seit den keltischen Fürsten. Erst? Ja, erst! Denn die Rebe war bereits als Wildrebe lange Zeit vor den Menschen da. Genauer gesagt 5.000 vor Christus. Meistens sind die Trauben zu Rosinen verarbeitet worden – ein Gärverhalten waren unerwünscht. Vor 2.500 Jahren wurden die besagten Fürsten mit ihrem Weininventar wie beispielsweise einer Weinamphore vergraben. Es gibt Belege, dass damals der Wein hauptsächlich aus dem Rhônetal und Burgund importiert wurde. Das „hohe Getränk“ war für die Hochgeborenen und Götter bestimmt, wohingegen sich das Volk mit Bier vergnügen musste. Die richtige erste Zeit des Weinanbaus kam in der Pfalz, wie auch in anderen Gebieten, mit den Römern. Winzermesser, Sicheln, Weingefäße & Co. belegen das. Vor rund 40 Jahren wurden wegen einer anstehenden Flurbereinigung römische Kelterhäuser freigelegt, bei denen die einzelnen Verarbeitungsschritte logisch und heute noch nachvollziehbar sind. Wissenschaftler fanden heraus, dass damals Riesling, Traminer und Burgunder angepflanzt und ausgebaut wurden. Während dem Mittelalter lag der Fokus des Weinwissens in den Klöstern - schließlich wurde für die tägliche Messe Wein benötigt. Königsschenkungen von Ländereien wurden dankbar angenommen. Erste Weinregeln durch Karl den Großen wie etwa die Sauberkeit bei der Weinverarbeitung mussten befolgt werden. Mit der Entdeckung der antioxidativen Wirkung von Schwefel kam auch der pfälzische Weinbau voran. Als 1840 die Oechslewaage zur Bestimmung des Zuckergehalts in einem Liter Traubensaft erfunden wurde, ist der Weinbau immer effizienter geworden.

„Hier triffsch du gude alde Bekannde, die du dei Lebtach noch nid gesehe hasch!“

Die Pfalz ist Gastgeber und gleichzeitig Veranstalter des größten Weinfests der Welt mit dem alljährlich stattfindenden Bad Dürkheimer Wurstmarkt. 2017 fand der Wurstmarkt zum 600. Mal statt, aber das dazugehörige Weindorf gibt es erst seit 1992. Wein- ,Gastro- und Schubkarchstände laden zum stilvollen Genuss, regionalen Gaumenschmauß oder einer typischen „pälzer Tradition“ ein, nämlich dem Schoppen. Bei einem „Schobbe“ oder „Dubbeglas“ „ei, do babbelt ma üba sell und jenes“. Der Mundartdichter Karl Räder, von dem das oben genannte Zitat stammt, bringt die Gastfreundschaft und gesellige Atmosphäre auf den Punkt. Früher konnten die Winzer nicht auf einen Traktor zurückgreifen, sondern lieferten ihren Fasswein in Schubkarren, hier umgangssprachlich „Schubkarch“ genannt, direkt aufs Festgelände an.